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Carte Blanche – Unbezahlbare Momente

Ich habe meine sieben Sachen gepackt, trampte zwei Monate quer durch Indonesien und kehrte mit einem Rucksack voller unbezahlbarer Momente zurück:

Ich habe Hund gegessen.

«Mie Kuah» hiess die dampfende Nudelsuppe, in der Fleischklösschen wie kleine Schiffchen obenaufschwammen. «Doggydog, mmmmmh», beantwortete Strassenkoch Wayan meinen fragenden Blick. Ich verstand Bahnhof, löffelte mich trotzdem bis auf den Tellerboden durch, bis Wayan endgültig Klarheit schaffte. «Mmmmmm… Wuffwuff». Ungläubig zeigte ich auf einen dreckigen Stras­senköter. «Jajajajaja!», erwiderte Wayan freudestrahlend.

Jajajaja… Mmmmmm.

Ich habe einen Hai gesehen . Munter schnorchelte ich zwischen den Korallenriffs den kunterbunten Fischschwärmen nach. Anemonenfische, Wimpelfische, Rotfeuerfische… Haifisch! Ein sogenannter Weissspitzen-Riffhai, wurde mir später erklärt. Meist harmlos.

Juhui!

Ich habe einen Vulkan bestiegen. Mitten in der Nacht bin ich losgewandert, drei Stunden. Um dann am Kraterrand zu sitzen, den Geruch von faulen Eiern in der Nase, das brodelnde Tosen in den Ohren und den Sonnenaufgang vor Augen.

Woah!

Ich habe eine Zeitreise gemacht. Die «Togian Islands», eine kleine Inselgruppe bei Sulawesi. Kristallklares Wasser, schneeweisse Sandstrände und haushohe Kokospalmen. «Erleben Sie Asien wie vor 100 Jahren», steht im Reiseführer über die Inselgruppe. Minus 100 Jahre bedeuten jedoch nicht nur kilometerlange Prachtstrände ohne jede Menschenseele, sondern auch keinen Internet-Empfang. Was ich grundsätzlich ganz entspannend fand. Bis zu dem Moment, als ich mein «Robinson-Cruso»-Hüttchen mit der Kreditkarte bezahlen wollte. Das Gerät war zwar vorhanden, nicht aber das nötige Netz. So kam es, dass mich die Resort-Besitzerin mit ihrem kleinen Fischerbötchen aufs offene Meer hinausfuhr. Hier streckte die gute Frau das Kartenlesegerät auf der Suche nach Empfang verzweifelt in die Höhe. Und gottlob, sie fand auf dem Indischen Ozean das Netz. «Schnell, jetzt brauchen wir nur noch deinen PIN-Code!»…

…ich habe in der Tat unbezahlbare Momente erlebt.

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